Geschichte

Die bewegte und spannende Geschichte der Grafen von Hirschberg

Diese Seite ist in verschiedene Kapitel unterteilt, welche in chronologischer Reihenfolge aufgelistet sind. Durch einen Klick auf eine Überschrift gelangen sie zum entsprechenden Abschnitt:

  1. Die Grafen von Grögling-Dollnstein nennen sich Grafen von Hirschberg
  2. Die Grafen von Hirschberg als Hochstiftsvögte
  3. Die Sulzbacher-Linie der Grafen von Hirschberg
  4. Die Hirschberger Linie
  5. Die Stiftungen der Hirschberger
  6. Der letzte Hirschberger: Graf Gebhard VII. von Hirschberg
  7. Hirschberg – Wittelsbach: Aus Verwandten werden Feinde
  8. Das Blatt wendet sich zugunsten Hirschbergs
  9. Finanzpolitik des Grafen von Hirschberg
  10. Die Beziehung zwischen Hirschberg und Sulzbürg-Wolfstein
  11. Die Wittelsbacher und das Erbe der Grafschaft Sulzbach
  12. Die Eichstätter Bischöfe und ihr Kampf um das Hirschberger Erbe
  13. Weitere Geschichte und Geschichten

Die Grafen von Grögling-Dollnstein nennen sich Grafen von Hirschberg

Wahrscheinlich war das alte „Hirzberg“, wovon sich unter Kaiser Heinrich II. eine ganze Grafschaft nannte, eingegangen. Und jetzt unter Begünstigung des Kaisers Heinrich VI., Königs Philipp und des Eichstädtischen Bischofs Hartwig (aus dem Hause Grögling-Dollnstein) auf dessen Ruinen ein neues Bergschloss dieses Namens bei Beilngries an der Sulz von den Domvögten von Eichstätt erbaut worden ist. (Anmerkung: Tatsächlich wurden bei den Ausgrabungen im Jahre 1988 beachtliche Reste eines Vorgängerbaus entdeckt!)

Schon 1180 findet man einen Kämmerer von Hirschberg (camerarius de Hirzberch), welcher entweder dem Bischof von Eichstätt oder dem Grafen Gebhard III. von Dollnstein angehörte.

Auch 1194 und 1196 erscheint Konrad,der Kämmerer von Hirschberg, (zufällig) als Urkundenzeuge. In dieser Zeit fanden die umfangreichen Baumaßnahmen statt.

Erste Nennung der Grafen von Hirschberg: 1205

1205 hält Graf Gebhard II. von Hirschberg in Kösching Gericht.

Im Jahre 1212 verkauft Graf Gebhard I. seine Lehen um Glonn und Amber, mit Eching unter der Ottenburg.

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Die Grafen von Hirschberg als Hochstiftsvögte

Der Eichstätter Bischof wurde 1220 durch kaiserliches Privilegium gegen die Anmaßungen der Laiengewalten, vor allem gegen die Übergriffe der Vögte, geschützt.

1223 stirbt Bischof Hartwig von Grögling-Dollnstein-Hirschberg

Als Nachfolger des verstorbenen Bischofs wird Friedrich I. von Haunstadt (1223-1225) gewählt.

Papst Honorius III. wurde über die turbulenten Umstände der Wahl Hartwigs Nachfolger, welche noch am Tage des Begräbnisses stattfand, unterrichtet. Zwei Parteien schilderten ihm zwei etwas divergierende Darstellungen: die des mehrheitlich, wohl auf Betreiben der Grafen von Hirschberg gewählten Friedrich einerseits und die des gegen die Wahl, an der auch Laien teilgenommen hätten, protestierenden Dompropstes Heinrich (von Dischingen, des späteren Bischofs) andererseits. Aus der wiederholten Wahl geht Friedrich erneut als Sieger hervor. 1225 erklären die vom Papst delegierten Richter die Wahl Friedrichs für unkanonisch und damit ungültig. Er stirbt noch 1225 während des Kurienprozesses.

1231 stärkte der Kaiser die bischöflichen Stadtherren gegen die autonomen Regungen ihrer Bischofsstädte durch das Verbot von Stadtratsbildungen und Handwerkszusammenschlüssen.

Bischof Heinrich III. von Ravensburg (1232-1237) begleitet König Heinrich (VII.) nach Italien, wo er 1234 in Foggia an dem für die Entwicklung der geistlichen Territorien wichtigen Fürstenspruch über Regalien und Vogteirechte der deutschen Kirchen beteiligt ist, wenn er ihn nicht sogar betrieben hat. Dort erwirkte Bischof Heinrich III. von Ravensburg bei Kaiser Friedrich II. eine Schutzurkunde für die Eichstätter Kirche, die sie ganz speziell gegen Übergriffe der Hochstiftsvögte, der Grafen von Hirschberg, in Schutz nehmen sollte. Den Vögten wurde damit untersagt, Abgaben von den Bewohnern der Bischofsstadt Eichstätt zu erheben. Im Gegenzug war der Bischof gehalten, in anderen Städten, Märkten und Dörfern an seiner Stelle einen weltlichen, von den Grafen eingesetzten Richter, wirken zu lassen. Durch die Wirren der folgenden Zeit wurde dieser Ausgleich bald überholt.

Später klagt Heinrich bei Papst Gregor IX. am 2. Januar 1235 über die hohen Schulden der Eichstätter Kirche.

Im Zusammenhang mit der Durchsetzung des Fürstenspruches von Foggia hat Bischof Heinrich Graf Gebhard III. von Dollnstein-Hirschberg ohne Ankündigung exkommuniziert. Auf dessen Klage hin ordnet Papst Gregor IX. am 27. April 1236 die sofortige Aufhebung der Kirchenstrafe an, wenn sie nicht begründet sei. Da die Angelegenheit aber unter Heinrichs Nachfolger Friedrich noch aktuell ist, ging es dem Bischof offenbar um die Durchsetzung der Landeshoheit gegen seinen Hauptgegner.

Die kaiserlichen Sprüche zeigten allerdings keine nachhaltige Wirkung, zumal das Interregnum seit der Mitte des 13. Jahrhunderts die Zentralgewalt in Deutschland für längere Zeit nahezu völlig zum Erliegen kommen ließ. So blieb das ganze Jahrhundert in Eichstätt erfüllt von den schweren Kämpfen zwischen Bischof und Hochstiftsvögten. Dabei konnte die Stadt Eichstätt – erst noch ein Kampfobjekt der beiden streitenden Mächte – immer mehr rechtliche Eigenständigkeit und Freiheit entwickeln.

Unter dem Bischof Friedrich II. (1237-1246) von Parsberg (die Parsberger waren ein bayerisch-herzogliches Ministerialengeschlecht) kam es infolgedessen zu schweren Auseinandersetzungen mit den Grafen und Eichstätter Hochstiftsvögten von Hirschberg. Friedrich wurde sogar aus der Stadt vertrieben. Diese Vorgänge beleuchten rückwirkend noch grell das Interesse seines Vorgängers Heinrich III. an dem kaiserlichen Urteil von 1234.

In dieser Fehde mit dem Eichstätter Bischof, welcher mit dem Grafen von Hohenfels verbündet war, wurde 1245 Graf Gebhard III. von seinem eigenen Hofnarren bei der Belagerung der bischöflichen Burg Nassenfels ermordet. Trotzdem können sich die Hirschberger in dieser Auseinandersetzung durchsetzen.

Schließlich einigten sich im Jahre 1245 Bischof Friedrich II. von Parsberg  und Graf Gebhard V. von Hirschberg unter anderem über die gemeinsame Steuererhebung in Eichstätt und Berching. Innerhalb der Eichstätter Domimmunität verlor der Vogt seine Befugnisse. Dieser Vergleich war für Friedrich noch einigermaßen erträglich. Bemerkenswert war des Bischofs kaisertreue Haltung, für die er sogar die Exkommunikation (!) auf sich nahm, bevor er 1243 wieder zur päpstlichen Partei übertrat.

1248 schlichtet der Graf von Hirschberg einen Streit zwischen Graf Ludwig von Öttingen und dem Bischof von Eichstätt. Es ging um den Ausbau der Festung Ornbau die in unmittelbarer Nachbarschaft der bischöflichen Burg Arberg und auf kirchlichem Grund errichtet wurde.

In den Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser steht der Eichstätter Bischof Heinrich IV. von Württemberg (1247-1259) fest hinter dem Papst Innocenz IV. – Der Papst befiehlt Heinrich und anderen Bischöfen am 5. Mai 1248, Herzog Otto II. von Bayern und andere namentlich genannte Anhänger des gewesenen Kaisers (Friedrich II.), unter ihnen Graf Gebhard (IV.) von Hirschberg, zur Rückgabe der von ihnen besetzt gehaltenen Güter Graf Konrads von Wasserburg zu zwingen und diesem zu Hilfe zu kommen. Gleichzeitig ergeht an Bischof Heinrich der Befehl, in Stadt und Bistum Eichstätt das Kreuz gegen den gewesenen Kaiser und dessen Sohn zu predigen. Von Papst Innocenz IV. erhält der Bischof Aufträge, welche dessen Partei im Reich stärken sollen; so wird er u.a. am 1. Oktober 1250 Konservator für den als Bischof von Passau bestätigten Berthold (von Sigmaringen), und am 24. Juni 1254 wird ihm erlaubt, wegen der hohen Schulden, in welche die Eichstätter Kirche infolge seiner und seiner Vorgänger Aufwendungen im Dienste der Kirche geraten ist, die Einkünfte erledigter Pfründen auf drei Jahre zur Schuldentilgung zu verwenden.

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Die Sulzbacher-Linie der Grafen von Hirschberg

Im Jahre 1188 verstarb der letzte Graf von Sulzbach. Durch die Vermählung  von Sophia, der zweiten Tochter des Grafen Gebhard II. von Sulzbach, mit dem Grafen Gerhard  I. von Grögling – Dollnstein erben diese große Teile der Grafschaft Sulzbach

Graf Gebhard III. von Dollnstein und Hirschberg kam sehr oft in Urkunden seiner Zeit vor. Eine merkwürdige Urkunde stammt aus dem Kloster Speinshart vom 1. August 1227. Dort sind die hochbetagte Gräfin Sophia von Hirschberg und Sulzbach mit ihrem jüngsten Sohn, dem oft genannten Grafen Gebhard III. von Hirschberg, und mit ihrem Enkel, Sohn des verstorbenen Grafen Gerhard II. von Sulzbach benannt. Sophia macht in der Urkunde dem Kloster Speinshart eine Stiftung zu ihrem Andenken, und zum Andenken ihrer Nachkommen und Vorfahren, da sie ihr Lehengut „Sumvezelsberc“ (?) vom Lehenverband befreit. Bei dieser Stiftung leistete ihr noch lebender jüngerer Sohn Gebhard, Graf von Hirschberg, Beistand, welcher auch den Siegler und ersten Zeugen abgibt. Von ihrem älteren Sohn, Graf Gerhard, lebte ein Sohn, ebenfalls Gebhard genannt, aber mit dem Beinamen von Sulzbach. Sie selbst führt den doppelten Beinamen von Hirschberg und Sulzbach, nämlich als Gemahlin eines Grafen, dessen Nachkommen sich seit etwa 1200 von Hirschberg schrieben, da der Gemahl sich vielmehr von Grögling und Dollnstein nannte und als Erbtochter des letzten Grafen von Sulzbach. Ministerialen aus beiden Grafschaften, Hirschberg und Sulzbach, wurden durcheinander gemischt als Zeugen dieser feierlichen Handlung beigezogen und am Rande der Urkunde wird bemerkt, dass die Gräfin zu nämlichen Zeit ein Chorpsalterium (ein Psalmenbuch), aus dem Chor des Klosters Speinshart sich erbeten und zum Gebrauche auf ihre Lebenstage erhalten habe.

Als Resultat dieser Urkunde lässt sich ableiten: Vor mehreren Jahren hatten sich Sophias beide Söhne, Gerhard und Gebhard, die Güter und Grafschaften geteilt. Dem älteren Gerhard wurde Sulzbach als Erbteil angewiesen, dem jüngeren fiel die Grafschaft Neu-Hirschberg, mit der Domvogtei Eichstätt in der Teilung zu, doch wahrscheinlich so, dass das neue Stammschloss Hirschberg im gemeinschaftlichen Besitz bleiben und als Unterpfand der gegenseitigen Nachfolge in die väterlichen und mütterlichen Stammgüter den geteilten Linien gelten musste.

Sophia hatte 1223 ihren geistlichen Sohn, den Bischof Hartwig von Eichstätt durch dessen Tod verloren. Vor ihr starb auch ihr älterer Sohn, Graf Gerhard, nämlich 1225. Sie zählte im Jahre 1227 gegen 90 Lebensjahre und hatte die Beruhigung, durch ihre Einwirkung ihren Söhnen und Enkeln die beiden Grafschaften Hirschberg und Sulzbach mit deren Zugehörungen, bei vielen politischen Stürmen damaliger Zeit, ungeschmälert erhalten zu haben. Da das vom Kloster Speinshart gewünschte Gebetbuch in lateinischer Sprache verfasst war, dürfte sie nicht nur des Lesens, sondern auch der lateinischen Sprache mächtig gewesen sein. Sophia verstarb am 25. Februar 1228. Das Kloster Speinshart beging nach der angezeigten Stiftung ihren jährlichen Gedenktag.

Als letzter Graf der Sulzbacher Linie erscheint Gebhard IV. von Sulzbach – Sohn des Grafen Gerhard II. Im Stiftungsbrief des Klosters Engelthal vom Jahre 1243 durch Ulrich von Königstein nimmt unter den Zeugen Gebhardus juvenis comes de Sulzbach den ersten Platz ein. Der Ort der Verhandlung, Engelthal, der Stifter, ein gräflich Sulzbachischer Ministerial und der größte Teil der Mitzeugen, z.B. von Neidstein, Ruprechtstein, Laufen, Henfenfeld, Hannbach, Vorchheim, lauter Edle, in der Grafschaft Sulzbach, nach ihrer alten Ausdehnung, ansässig, kündigen diesen Grafen als Herrn von Sulzbach nicht minder, als der ausdrückliche Beiname an.

Im Oktober des Jahres 1243 tritt Gebhard IV. in neue Vasallenverhältnisse mit dem im vorigen Jahre gewählten Bischof Heinrich von Bamberg. Gebhard weist den Bischof eine jährliche Rente von 10 Pfund aus seinem Dorfe Otelsvelt (Edelsfeld) an, und nimmt sie vom Bischof zu Lehen, mit Leistung der gewohnten Lehenspflicht. Bald danach ist Gebhard verstorben.

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Die Hirschberger Linie

Sein Onkel, Graf Gebhard III. von Dollnstein und Hirschberg, Vogt zu Eichstätt, setzte die jüngere gräflich Hirschbergische Linie fort, welche nach einem Hausvertrag die Grafschaft Sulzbach erbte. Seine Gemahlin, die Gräfin Agnes, hatte ihm zwei Söhne, Gerhard III. und Gebhard V. geschenkt. Durch sie hatte er auch die Herrschaft Litschau in Niederösterreich erworben und machte im Jahre 1229 mit einem in dieser Herrschaft gelegenen Gute, Zwetlarn, eine Stiftung zum erwähnten Kloster für sein, seiner Gemahlin und seiner Söhne Seelenheil. Drei Jahre nachher, 1232, bestätigte die Gräfin Agnes von Dollnstein diese Stiftung, wobei sie nicht die Einwilligung ihres Gemahls, sondern nur der Einwilligung ihrer beiden Söhne, der Grafen Gerhard und Gebhard, erwähnt. Man kann daraus schließen, dass Graf Gebhard III. im Jahr 1232 verstorben ist, da er noch 1231 mit seinem älteren Sohn Gerhard als lebend erscheint. Sohn Gerhard III. tritt nicht häufig in Erscheinung. Er mag gegen 1238 ohne Leibeserben verstorben sein. Der jüngere Sohn Gebhard V., Graf von Hirschberg und Domvogt von Eichstätt kommt öfters vor. 1234 in zwei Urkunden des Königs Heinrich VII. und in einer Urkunde von 1238. Er ist es, an welchen die Grafschaft Sulzbach nach dem Aussterben der älteren Hirschberger-Sulzbachischen Linie fiel. Sein Sohn Gebhard VI. übernahm 1245, noch bei seinen Lebzeiten, die Vogtei des bischöflichen Stiftes Eichstätt.

Graf Gebhard V. wurde bei der Belagerung des, dem Bistum Eichstätt gehörigen Schlosses Nassenfels (1246) von seinem Hofnarren auf eine erbärmliche Weise ermordet.

Auf seinen gleichnamigen Sohn, Graf Gebhard VI. von Hirschberg, muss eine Urkunde des Jahres 1240 ausgelegt werden, wo er Gebhardus junior comes de Hirzberc, zum Unteschiede seines noch lebenden, aber das gräfliche Amt mit ihm teilenden Vaters, genannt wird. Nimmt man die schon erwähnte Eichstättische Urkunde vom Jahre 1245 zur Hilfe, wo der Sohn noch bei den Lebzeiten des Vaters sich der Domvogtei halber mit dem Bischof von Eichstätt verträgt, so könnte allenfalls die Sache der Nachfolge des Grafen Gebhard V. in die Regierung der Grafschaft Sulzbach dahin erklärt werden, dass dieser mit Übernahme der Grafschaft bereits 1245 die Domvogtei an seinen Sohn Gebhard VI. überlassen hat.

In erster, kinderloser Ehe war Graf Gebhard VI. mit Elisasbeth, der Tochter des Grafen von Tirol und der Wittwe des Andechser Grafen Otto III. verheiratet.

Alle bisher bekannten Siegel des Grafen Gebhard VI. zwischen dem 3. Dezember 1243 bis zum 27. Februar 1261, wovon beide Siegel an zwei Kloster Rebdorfischen Urkunden hängen, ein und denselben sonst sehr bekannten Grafen von Hirschberg, Schwiegersohn des letzten Albrechts von Tirol, in der Folge auch Schwager der Herzöge von Bayern, Ludwig des Strengen und Heinrich von Niederbayern, erkennbar machen. Gegen das Jahr 1263, gemäß einer Teilung mit dem Grafen von Görz vom Jahre 1254 über den Nachlass des Grafen Albrecht von Tirol, welche 1263 wiederholt und modifiziert wurde, nahm ein Reitersiegel an, mit der Unterschrift: comes de Hirzberch adwocatus Brixinensis et Aistetensis. Solches an einer Engelthalischen Urkunde des Jahres 1267 vom 4. Dezember.

Bei dem Umstande, dass man vom Jahre 1247 bis 1275 nur einen einzigen Grafen von Hirschberg, den Grafen Gebhard VI., kennt, bleibt die Rebdorfische Urkunde vom 23. März 1249 von äußerster Seltenheit, weil darin ein G. com. De Hyrzperch, als Hauptperson und Hauptsiegler vorkommt, dessen Siegel sich von dem Siegel des Grafen Gebhard VI. wesentlich unterscheidet. Leider sind die ersten zwei Drittel der Umschrift unleserlich geworden. Über dem Schild, worin der Hirsch abgebildet ist, sind die Buchstaben: „A C“ angebracht. Ihre Bedeutung konnte noch nicht geklärt werden.

Sollte wirklich Gerhardus com. de Hyrzperch in dieser Urkunde verstanden werden können, so müßte allenfalls Gerhard III., älterer Bruder des Grafen Gebhard V., und Oheim des Grafen Gebhard VI., gemeint sein, von welchem berichtet wurde, dass er nach 1231 nicht mehr erwähnt wurde und der um das Jahr 1238 ohne Erben verstorben war.

Die Stadt Eichstätt tritt am 15. August 1256 in Würzburg dem Rheinischen Städtebund bei; im gleichen Jahr ist das erste Stadtsiegel nachweisbar; doch bleibt die Stadtherrschaft zunächst bei den Grafen von Hirschberg.

Auf Burg Dollnstein traf Graf Gebhard VI. von Hirschberg am 6. Mai 1253 als regierender Graf von Sulzbach folgende Verfügung mit den Gütern einiger seiner Ministerialen:

Walther Schenk von Reicheneck trat dem Grafen seine Besitzung (praedium) zu Rosenberg ab, erhielt aber tauschweise die Besitzungen Friedrich, Truchsessen von Sulzbach, bei Erhnanstorfe (Ernersdorf, Berching); hingegen wurden die Truchsessen von Sulzbach mit anderen Gütern in Ekkolfshoven (Eckelshof, Fürstenried) entschädigt, welche ihren übrigen Gütern in Sulzbach, Ammerthal, Holnstein und Hirschau, woher sie sich schrieben, viel näger lagen. Das Vergleichsobjekt, der Ort Eckelshof und vorzüglich die entschädigten Truchsessen von Sulzbach, beweisen klar, dass hier Graf Gebhard von Hirschberg als gebietender Herr von Sulzbach auftrat. So wie die Gegenwart des Abtes von Kastel zu erkennen gibt, dass dieser den Grafen als rechtmäßigen Schutzvogt des Klosters Kastel erkannt habe, für welchen ihr beiläufig 13 Jahre später auch das Nürnbergische Saalbüchel erklärt.

Ein Jahr später, am 25. Januar 1254 schlichtet und bekräftigt Graf Gebhard durch eine besondere Urkunde den Vertrag des Abtes und Klosters zu Reichenbach mit dem Schenken Walther von Reicheneck und Königstein, über die Vogtei und Vogteirechte der Güter dieses Klosters zu Ilschwang. Denn da diese Vogtei vom Grafen dem erwähnten Schenken versetzt war, so bewilligt er dem Kloster Reichenbach die Ablösung um die Pfandsumme von 100 Pfund Regensburger Pfennige, jedoch mit der Einschränkung, dass um Lichtmess 1264 oder nach 10 Jahren, die Vogtei wieder an den nämlichen Schenken oder dessen Erben zurückfallen soll, was auch geschah, wie der Erfolg gezeigt hat.

Am 12. März des Jahres 1260 erteilt zu Innsbruck Graf Gebhard von Hirschberg dem Kloster Speinshart (bei Eschenbach) einen besonderen Schutzbrief mit der Erlaubnis innerhalb seiner Grenzen Almosen zu sammeln. Speinshart lag innerhalb des Bezirkes der alten Grafschaft Sulzbach, doch mit Ausnahme der Schutzvogtei, welche zum Reich gehörte. Zu dieser Zeit scheint diese vom Herzog Ludwig dem Strengen an den Grafen Gebhard VI. von Hirschberg übergeben worden zu sein.

1263: Im Besitzstreit zwischen den Hirschbergern und den Görzern (Tirol) schlichtet Herzog Ludwig von Bayern.

Aus dieser Urkunde lernen wir den Grafen Gebhard VI. auch als Herrn des Inntals kennen. Diese seine persönlichen Verhältnisse, welche durch seine beiden Gemahlinnen, Elisabeth, Gräfin von Tirol, 1248, starb 1256 und die Bayerische Prinzessin Sophia, 1258, starb am 9. August 1289 herbeigeführt wurden, werden weiter in Bar. v. Hormayr Werke II. Urkb. 86. n. 33; Ried Cod. Rat. I. 449. v. Lang regest III. 272, Aettenkhover 174, Scheid Cod. dipl. bav. 201 genauer erörtert.

„Hirschberger Pfennig“ (Vorder- und Rückseite) Fundort: Thaur bei Hall/Tirol. Die Münze stammt aus der Zeit, als sich Teile der Grafschaft Tirol im Besitz der Hirschberger Grafen befand (1254-1275). Deutlich zu erkennen ist ein von Rosetten umgebener nach links gerichteter Hirschkopf.

In einer Schenkungsurkunde an das Kloster Engelthal vom 4. Dezember 1267 überlässt Graf Gebhard von Hirschberg den Schwestern des Dominikanerklosters zu Engelthal sein Partonatsrecht der Pfarrei Ouenhusen (Offenhausen, Altdorf) in der nämlichen Eigenschaft, wie er und seine Vorälteren es viele Jahre besessen hatten, als bischöflich Eichstädtisches Lehen. Dies bezeugen ihrem Herrn der Pfarrer von Pfaffenhofen und der Truchsess von Sulzbach.

Das letzte mal zeigt sich Graf Gebhard VI. von Hirschberg als Graf von Sulzbach in einer Ensdorfischen Tauschurkunde vom Jahre 1268 (29. Februar). Zwei Huben in Bonetingen (Pennading bei Wurschdorf und Rotendorf, Nabburg) überlässt er dem Kloster Ensdorf, von welchem er dafür dessen Besitzungen zu Stockeh (Stocka oder Stockau, Prarrei Hausen, Amberg) und an einem anderen, nicht mehr bekannten Ort, Melhinbach, erhält. Im Ort Pennading behält sich aber der Graf seine Vogteigefälle und die Bannhölzer vor. Dieser Tauch wurde im Kloster Kastel vollzogen. Auch diese Urkunde läßt durch den Ausstellungsort Kastl und den Zeugen keine Zweifel daran, dass Graf Gebhard als Schutzvogt vom Kloster Kastl anzusehen ist. #

In die Zwistigkeiten der bayerischen Herzoge wurde auch der Graf Gebhard VI. von Hirschberg verwickelt, Gebhard hatte Sophie, eine Schwester der Herzoge Ludwig und Heinrich, zur Gemahlin und hielt sich auf Heinrichs Seite.

Gebhard VI. verstarb im Jahre 1275. Die Kasteler Chronik, welche bei diesem Jahre seinen Tod berichtet, fügt hinzu, dass er der Kirche Kastel zehn Mansus vermacht habe und unterscheidet ihn zugleich mit dem Beinamen senior de Hirzperg von seinem gleichnamigen Sohn, Gebhard VII. Das Kloster Kaisersheim wurde ebenfalls mit einem Vermächtnis bedacht, wodurch sein Sterbejahr gleichfalls festgestellt wird.

Die Söhne der bayerischen Prinzessin Sophia, Gerhard IV. und Gebhard VII. bekennen in einer von ihnen hierüber ausgestellten Urkunde vom 18. März 1276, dass ihr verstorbener Vater G (Gebhard) ehemaliger Graf von Hirschberg, mit ihrer Einwilligung einen gewissen Hof zu Wolkershofen (Kreis Eichstätt) dem Kloster Kaisersheim durch seinen letzten Willen vermacht habe und bestätigen dieses Vermächtnis mit einigen Nebenbestimmungen. Wenn nun der Graf Gebhard VI. am 18. März 1276 nicht mehr am Leben war und man einige Monate zwischen seinem Tode und der Bestätigung seines letzten Willen dazwischen denken kann, so gewinnt die Nachricht der Kastelischen Chronik über sein Todesjahr 1275 volle Gewissheit.

In einem Lehenerledigungsfall vom 16. September 1281 sagt Bischof Hartmann von Augsburg ausdrücklich, dass der Graf Gebhard von Hirschberg, durch dessen Tod ihm die Augsburgischen Güter im Inntale heimfielen, der ehemalige Gemahl der Tirolischen Elisabeth (Gebhards VI. erste Frau) gewesen war und dass nur deswegen die Lehen auf dessen Kinder zweiter Ehe nicht fallen konnten, weil aus erster Ehe keine Kinder vorhanden waren. Dabei muss man gleichwohl voraussetzen, dass die Sache der neuen Belehnung kaum ohne gerichtliche Untersuchung und ohne gutwillige Verzichtung des männlichen, moch einzigen Erben, des Grafen Gebhard VII., hätte stattfinden können. Ein Fall, welcher die Wiederbelehnung auf mehrere Jahre hätte verzögern können.

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Die Stiftungen der Hirschberger

Die Hirschberger Grafen und der Deutsche Orden

Um 1250 wird der Deutsche Orden in Ellingen von den Grafen von Hirschberg nachhaltig gefördert. Ellingen wurde,1216 von Friedrich II. dem Orden übertragen und entwickelte sich zur Residenz der Landkomture von Franken. Im Jahre 1250 schenkte Graf Gebhard von Hirschberg dem Hospital des Deutschen Ordens zu Ellingen den sogenannten Grafenhof zu „Husen“ (Hausen – nw. v. Greding), seinen Hof zu „Obermorisbach“ (Morsbach), seine Mühle zu „Thutingen“ (Titting) und seine Güter zu „Kezelberch“ (Kesselberg).

Bischof Heinrich erlässt für das von Graf Gebhard IV. von Hirschberg gestiftete Heilig-Geist-Spital in Eichstätt Statuten.

 

Das Dominikanerkloster in Eichstätt

Graf GebhardVI. hinterließ bei seinem Tode, 1275, die Witwe Sophie von Hirschberg aus dem Hause Wittelsbach, welche am 9. August 1289 starb und in dem von ihr gestifteten Dominikanerkloster zu Eichstätt begraben wurde. Ihr älterer Sohn, Gerhard IV, welcher mehrmals in Urkunden vorkommt und ohne ein besonderes Vorkommnis am 22. Februar 1280 im 21. Lebensjahr noch vor seiner Mutter verstarb, wurde durch die Verfügung seiner Mutter ebenfalls im selbigen Kloster beigesetzt.

Historische Luftaufnahme des Dominikaner Klosters in Eichstätt. Gräfin Sophie von Hirschberg und ihre Söhne Gerhard und Gebhard gründen 1271 das Prediger- und Dominikanerkloster in Eichstätt. Die Gräfin und ihr Sohn Gerhard fanden hier ihr Grab.

Beim barocken Umbau der Peterskirche wurden die Gebeine der Stifterin und ihres Sohnes Gerhard gesammelt und in zwei Kisten unter dieser Grabplatte erneut beigesetzt. Nachdem der Stein überdeckt worden war, wurde er erst wieder 1920 wiederentdeckt. Er trägt keine Inschrift. In der Mitte sind zwei Rundblenden eingetieft, in denen sich zwei Wappentartschen einander zuneigen: sie zeigen das Wappen der Grafen von Hirschberg und der Herzöge von Bayern. Der Stein ist an mehreren Stellen zerbrochen.

Die gotische Grabplatte der Gräfin Sophie von Hirschberg (+1289), und ihres Sohnes Gerhard (+1280) in der Kirche des Dominikanerklosters in Eichstätt

Schließlich war der jüngere Sohn, Gebhard VII., der letzte seines Geschlechts. Er hatte bis zu seinem Tode, 1305 die Grafschaften Hirschberg und Sulzbach inne.

Das Stifterdenkmal der Gräfin Sophie von Hirschberg und ihrer Söhne Gebhard und Gerhard

(Auszug aus „Die Grabmäler des ehemaligen Dominikanerklosters zu Eichstätt“ von Wolfgang Buchta:)

Bei diesem Denkmal handelt es sich ursprünglich um eines der bedeutendsten Zeugnisse spätgoticher Grabmalplastik im bayerischen Raum. Es ist vor allem durch den Brand von 1918 aufs schwerste beschädigt worden und läßt seine Schönheit nur mehr erahnen.

Stifterdenkmal3

Der Gedenkstein will die Stiftung von Kloster und Kirche verewigen und stellt unter einem gotischen Kielbogen die Madonna dar mit dem Kinde im Wolkenstrahlenschein, umgeben von den Apostelfürsten Petrus und Paulus mit ihren Abzeichen, welche ihre Hände segnend und schützhend über das von der Stifterin und ihren Söhnen dargebotene Kirchenmodell halten. Die barhäuptigen Ritter erscheinen in der Brünne und dem pelzgefütterten Waffenrock, Arm- und Beinschienen mit Sporen, Wehrgehänge und kurzem Streitmeißel, dem Schild mit dem Hirsch, Stechhelm und Decke mit verspängtem Federbusch vor sich am Boden. Die Gräfinmutter ist dargestellt in Hulle und Rise, Hüftrock und offener Höke oder Flockenmantel, das Wittelsbacher Wappen zu Füßen. In den oberen Ecken St. Dominicus mit dem Regelbuch und St. Thomas mit dem Kodex und der Lilie.

Die Umschrift in spätgotischen Minuskeln umläuft die ganze Bilddarstellung als breites Band. Sie ist durch den Brand und die nachfolgenden Misshandlungen des Denkmals äußerst lückenhaft geworden. Der Bildhauer hat das Denkmal am Bildrand links aufsteigend signiert: Johann de Sabac. fecit lapide(m) – vor dem Beginn dieser Inschrift ist sein Meisterschild angebracht. Die Beschädigungen des Stifterdenkmals sind äußerst umfangreich. Mit Ausnahme der Stifter, des Christkinds und des heiligen Petrus gingen den dargestellten Figuren sämtliche Köpfe verloren. Besonders betroffen ist die Umschrift. Sie lautete (übersetzt):

Stifterdenkmal
Gesamtansicht des Denkmals
Stifterdenkmal2
Ausschnitt der Stifterfiguren

Im Jahre des Herrn 1289 am 9. August starb die erlauchte Herrin Sophia, Gräfin von Hirschberg, aus dem bayerischen Hause gebürtig, die Gründerin dieses Konvents. Ferner starb im Jahre 1280 am 22. Februar der berühmte Herr Gerhard, dessen Bruder Gebhard starb im Jahre 1299, am 4. März. Beide waren Grafen von Hirschberg und tapfere Ritter.

(Beim letzten Datum ist dem Verfasser der Vorlage für den Bildhauer ein Fehler unterlaufen. Graf Gebhard VII. von Hirschberg starb am 4. März 1305.)

Weitere Schenkungen:

Zu Burg Rosenberg bekundet Graf Gebhard VII. von Hirschberg die Schenkung des Patronatsrechts der Pfarrei Theya in Niederösterreich an das Kloster Aldersbach.

Der letzte Hirschberger: Graf Gebhard VII. von Hirschberg

Der letzte Graf von Hirschberg, Graf Gebhard VII, war ein mächtiger Mann. Er war der zweite Sohn des Grafen Gebhard VI. und seiner zweiten Gemalin Sophia von Bayern (1261), der Schwester Ludwigs des Strengen von Oberbayern und des Heinrich I. von Niederbayern. Nachdem sein älterer Bruder Gerhard 1280 verstorben war,  war Gebhard der Alleinerbe.

Graf Gebhard VII. fand sich am 20. März 1284 in Sulzbach ein, wo er von seinen Getreuen umgeben, Hof hielt. Darüber spricht sich die damals von ihm ausgestellte Urkunde aus, welche mit vollständigem Reitersiegel erhalten ist. Darin befreit er zu Gunsten des Klosters Engelthal das Gut Rublanden (Rüblanden bei Ottensoss) vom Lehenverbande, machdem seine Getreuen Otnant und Hiltepolt von dem Rotenberge (Rothenberg, Lauf), die es von ihm lehensweise besaßen, dasselbe dem erwähnten Kloster gegeben hatten. Der Ort der Fertigung des Briefes, Datum et actum Sulzpach, Vertragsgegenstand, beteiligte Personen und die Zeugen (Truchsess von Sulzbach) beweisen, dass Graf Gebhard VII. von Hirschberg hier als regierender Graf von Sulzbach schaltete und waltete.

Das Verhältnis zwischen Graf Gebhard VII. von Hirschberg zu den Herzögen von Bayern, mit welchen er durch seine Mutter Sophie von Wittelsbach in sehr naher Blutsverwandtschaft stand, war keineswegs friedlich. Am wenigsten die zu den Herzögen von Oberbayern in deren Gebietsteilen des Nordgaus seine Grafschaft Sulzbach lag.

Die Ursachen dieses Missverhältnisses lagen, außer denen, welche durch die Beamten und Vasallen der sich benachbarten herzoglichen und gräflichen Gebiete herbeigeführt wurden, wohl größtenteils an der Art und Weise, wie der letzte Hirschberger Graf mit seinen Herrschaften, Besitzungen und Finanzmitteln schaltete und waltete. Graf Gebhard veräußerte fern gelegene Herrschaften, ebenso kleinere Besitzungen und Güter in der näheren Umgebung. Er machte Schenkungen und vererbte oder verpfändete seinen Besitz an Personen und Institutionen, welche nicht zum Hause der Wittelsbacher gehörten. Damit widersprach er wohl anderen, schon früher mit den Herzögen von Bayern geschlossene Verträge. Man würde annehmen, dass es den bayerischen Herzögen nur wenig angeht, wie Graf Gebhard seinen Haushalt führt. Doch der Einfluss der Grafenmutter bei den Herzögen zeigte Wirkung. Und da es keine leiblichen Nachkommen gab, eröffnete sich für die Herzöge die Aussicht auf ein mögliches reiches Erbe. Dies hat die Herzöge sich massiv in die Hirschberger Angelegenheiten einmischen lassen.

Schon vom 17. Bis 27. Mai 1284 verkaufte Graf Gebhard VII. von Hirschberg seine vielen Lehenbesitzungen in Gebirge und im Inntal Tirols, welche er vom Bischof zu Brixen durch seinen Vater erblich erhalten hatte, an seinen gesippten Freund, den Grafen Meinhart von Tirol und Görz, um 4000 Mark Silber.

Auch seine Niederösterreichische Grafschaft Litschau, welche schon sein Urgroßvater, Gebhard III. besaß, mit dem dazu gehörigen Schloss Veltsperch (Feldsberg) und sammt dem Patronatsrecht der ebenfalls dazu gehörigen Pfarrei Theya, wurden zwischen den Jahren 1287-1292 verlehnt und teilweise verkauft.

Nur ein einziges Mal, bei der Verweisung seines Pfarrlehens von Theya an das Kloster Aldersbach gesteht er, dass er hierin den Rat seines nächsten Anverwandten, des im Jahre 1290 verstorbenen Niederbayerischen Herzog Heinrich befolgt habe. Mit diesem und mit dessen Söhnen hatte Gebhard ein besseres Verhältnis, als mit den Herzögen von Oberbayern.

Seiner Mutter Sophie, welche am 9. August 1289 verstarb, gedenkt er in keiner seiner früheren Urkunden. Erst in späteren Lebensjahren (1301 und 1304) findet Sophie wieder Erwähnung. Man kann bezweifeln, dass Gebhard nach den Wünschen seiner Mutter gelebt hatte. Erst 1291 vermählte er sich, um das 30. Lebensjahr, mit Sophie, der Tochter des Grafen Ludwig VII. von Oettingen. Eine Urkunde des Wolfgang Marius im Annalibus Aldespacensibus (Aldersbach) bezeichnet den Grafen Gebhard von Hirschberg (~1286) als Schwiegersohn des Herrn Leutold von Kunring, Schenken von Österreich. Dies lässt vermuten, dass Gebhard sich durch eine frühere Missheirat mit seiner Mutter zerstritt und somit große Differenzen in die häuslichen Verhältnisse gebracht hatte.

Früh muss man gewusst haben, dass die Ehe kinderlos bleiben wird, denn sowohl der Bischof von Eichstätt, als auch die anderen Verwandten mühten sich frühzeitig, nämlich schon im Jahr der Eheschließung des Grafen inständig um das Erbe. Es existieren Testamente aus den Jahren 1291 und 1296 in denen Gebhard den Bischofsstuhl von Eichstätt als alleinigen Erben einsetzt.

Gegen die zunehmenden Steuer- und Abgabeforderungen der Grafen von Hirschberg erzwang die Eichstätter Bürgerschaft 1291 wichtige Zugeständnisse von Seiten der Vögte. Graf Gebhard VII. von Hirschberg räumte unter Vermittlung des Bischofs den Einwohnern die bürgerschaftlichen Rechte der Ratsverfassung und der Wahl von Geschworenen ein und übertrug ihnen Marktbefugnisse; aufschlussreich ist der Vorbehalt des Hochgerichts für die Grafen und die Beschränkung des Bischofs  auf das Niedergericht, das dieser durch einen Vitztum oder den – seit 1283 nachweisbaren – Stadtrichter ausüben ließ.

Vilshofen 30.05.1293 – Graf Gebhard von Hirschberg und der Bischof Heinrich von Regensburg arbeiten als „zwei Persönlichkeiten beiderseitigen Vertrauens und allgemeinen Ansehens, principes alter Ordnung“ mit dem herzoglichen Rat eine Satzung aus, welche die erheblichen Differenzen und Unzuträglichkeiten zwischen dem niederbayerischem Hochadel und den Herzögen regelt. Dem Hochadel werden Zugeständnisse eingeräumt.

Bayern und Österreich stritten sich lange um das Recht an der Grafschaft Neuburg am Inn. Die Kampfhandlungen zogen sich durch die komplette zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Viele Vermittlungsversuche blieben erfolglos. Erst am 27.02.1298 entschieden die Grafen Gebhard von Hirschberg und Albrecht von Hohenberg zu Bayerns Nachteil den Streit.

Graf Gebhard VII. erhielt im Jahre 1300 vom Regensburger Bischof Conrad V. und vom Kirchenoberhaupt, nämlich Papst Bonifacius VIII., zwei neue Bestätigungsbriefe in denen ausdrücklich gemeldet wird, dass schon die Vorfahren des Grafen die Pfarrgerechtigkeit für Sulzbach beim Kirchenoberhaupt erworben hatten.

Graf Gebhard hielt in eigentlichen Sinne des Wortes Hof zu Sulzbach, wo er am 27. Mai 1302, umgeben mit lauter Getreuen aus der Grafschaft Sulzbach, worüber eine Urkunde aus dem ältesten Amberger Kopialbuche Bericht gibt. Darin versetzt er einem Dienstmann der Herzöge von Oberbayern, Rudolph und Ludwig, genannt Hainrich Saumantel und dessen Erben für eine ungenannte Summe Geldes sein Gut zu Hohengöwe (Höhengäu – zwischen Amberg und Hirschau gelegen) und sein Lehengut Wingersrewt (ebenda, jedoch untergegangen) unter der beigesetzten Bedingung, dass der Graf innerhalb von sechs Jahren mit eigenem Gelde wieder auslösen könne, danach aber der ganze Versatz in ein rechtes lehen übergehen soll. Seine ihm damals zur Seite stehenden Sulzbachischen Vasallen Waren: Chunrad der Truchsess von Sulzbach, Chunrad der Schwepfermann, Heinrich der Truchsess von Holenstein (sonst von Ammerthal), Per von Gemunde, Heinrich der Sweinacher (sonst von Hainthal)

Vom Grafen Gebhard von Hirschberg erhielt Sulzbach das Stadtgericht und eine städtische Verwaltung, mit gewissen Vorrechten, insbesondere mit Quartier- und Steuerfreiheit, außer der festgesetzten Michaelisteuer, welche auch nach des Grafen Tod von den bayerischen Herzögen in einem Freiheitsbrief bestätigt wurden.

1302/04 verkaufte der letzte Graisbacher Graf Berthold III seine Grafschaftsrechte an den Hirschberger. Die Begriffe Territorialgrafschaft (comicia) sowie Landgericht finden sich in jenem Vertrag wieder, in dem zwischen 1302 und 1304 Bertholt III. von Graisbach seine vom Reiche lehenbare Grafschaft an die Hirschberger verkaufte. Die Erläuterung mit quoad … dumtaxat („soweit als … allein begreift“) stellt sehr deutlich heraus, was hierbei verkauft wurde, nämlich nicht Land und Leute, sondern die Gerichtsbarkeit des hier erstmals als solches bezeugten Landgerichts, wobei sich der Verkäufer noch dazu den eigentlichen Kern des Graisbacher Territoriums um die Stammburg samt einem weiteren Forstbereich zwischen der Donau und dem Dorfe Daiting ausdrücklich vorbehielt. (Größe etwa im Umfang der alten Sulafeldgaugrafschaft)

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Hirschberg – Wittelsbach: Aus Verwandten werden Feinde

Auf das unfreundliche Verhältnis des Grafen Gebhard VII. zu dem oberbayerischen Herzog Ludwig dem Strengen und seinen Söhnen, deutet schon 1283 ein Zusatz im Saalbuch des Herzogs hin. Dort bemerkt der Rentmeister beim Orte Tengeltsmade (eingegangen, in der Gegend von Hirschau gegen Amberg): „dominus de Hirzperch tenet, nescitur quare“, und beim Orte Gunthersdorf (wahrscheinlich auch eingegangen, in derselben Gegend): „cives de Hirzowe (Hirschau, eine Hirschbergische Stadt) habent sine omni jure“.

Viel deutlicher über die 1291 oder noch früher eingetretenen Missverhältnisse zwischen Herzog Ludwig dem Strengen und dem Grafen Gebhard von Hirschberg spricht sich ein Bundbrief aus, welchen Graf Eberhard von Würtemberg zu Donauwörth am Lichtmesstage, 2. Februar 1292, mit diesem Herzog und seinen beiden Söhnen, Rudolph und Ludwig, gegen den Grafen von Hirschberg schließt. Bei diesem Bündnis, welches dem Scheine nach ein allgemeines war, äußerte sich der Graf von Würtemberg, dass er Ursache habe, den Grafen von Hirschberg „hiervon auszunehmen, weil er sein Blutsverwandter wäre (wahrscheinlich durch des Grafen von Hirschberg Großmutter) und weil er dem Grafen von Hirschberg schon früher Kriegshilfe eidlich zugesagt habe.“ Dessen ungeachtet, da der Graf von Hirschberg sich ebenso Kriegshilfe von seinen Vettern, den Herzögen von Niederbayern, Otto und dessen Brüdern versprach, so wird der Graf von Würtemberg, für diesen Fall dem Grafen von Hirschberg auf alle mögliche Weise Abbruch tun, bis zu einem erzielten sonderheitlichen Vergleiche, gleichwie er auch ohne Ausnahme dem Herzog von Oberbayern Kriegshilfe gegen jeden zusagt, welcher die vom Herzog oder von seinen Söhnen angebotene Gerechtigkeit, d. i. Beilegung der Irrungen, auf gütliche oder rechtlichen Weg, anzunehmen widerstreben würde.

Schon am 2. Februar 1292 fühlte sich der Herzog von Oberbayern berechtigt, zu Zwangmitteln zu greifen und sein Recht beim Grafen von Hirschberg einzufordern. Man muss daher  annehmen, dass ein Testament des Grafen von Hirschberg zu Gunsten seiner nächsten Anverwandten, der Bayerischen Herzöge beider Linien, auf welches sich spätere Verträge, insbesondere die Urkunde Kaisers Albert vom Jahre 1307 beziehen, bereits 1291, etwa bei der Hochzeit mit der Gräfin Sophie von Oettingen, verfasst wurde.

Einen analogen Schluss kann man aus der Tatsache ziehen, da Graf Gebhard von Hirschberg ein Testament am 15. Dezember 1291, kurz vor dem angezeigten Bundbrief, zu Gunsten des Bistums Eichstätt, verfasste. Darin mußten seine Kastelane und Ministerialen der Grafschaft Hirschberg dessen Einhaltung schwören. Gebhard vermachte sein Schloss Hirschberg sammt Zubehör an das Bistum Eichstätt unter zwei Bedingungen: Erstens, wenn er ohne rechtmäßige, leibliche und eheliche, männliche oder weibliche Erben sterben sollte und zweitens, dass mit den vermachten Gütern auch die Bezahlung der darauf lastenden Schulden übernommen werden mußte. Da schon damals die Hoffnung einer leiblichen Nachkommenschaft aus seiner Ehe sehr zweifelhaft war, mußte der Graf seinen Vettern, den Herzögen von Bayern beider Linien, das unbedingte Recht einer Erbfolge für die Grafschaft Sulzbach zugestehen.

Der Niederbayerischen Linie hatte Graf Gebhard VII. von Hirschberg um 1291 unter anderem Schloss Sandsee vermacht. Dieses wurde jedoch mit anderen Besitzungen Ende August 1302 an das bischöfliche Stift Augsburg verkauft.

Was um 1291 Herzog Ludwig der Strenge von Oberbayern vom Grafen für sich und seine Söhne erhielt, bestand nach der Summe der wenigen darüber vorhandenen Dokumente fast ausschließlich aus zur Grafschaft Sulzbach gehörigen Besitzungen. Dazu gehörten Sulzbach, Werdenstein, Pfaffenhofen, Ammerthal, Hirschau, Ehenfels, Rosenberg, welche, außer dem eingegangenen Werdenstein, noch heute bestehen. In der bereits erwähnten Urkunde des Kaisers Albert wird wird darüber folgendes Berichtet: die gedachten Städte und Burgen sammt Zugehör habe der gedachte Graf von Hirschberg, Vatersschwestersohn der Herzoge Rudolph und Ludwig von Oberbayern, diesen (und ihrem Vater, Herzog Ludwig dem Strengen) noch bei gesundem Leibe geschenkt und das Geschenk bei seinem Tode am 4. März 1305 bestätigt. Als Zeitpunkt dieser ersten Schenkung kann auch hier das Jahr 1291 angenommen werden.

Außerdem wurden den Herzögen die Burg Kösching und der Köschinger Forst übergeben.

Das nachfolgende Jahr war ein Kriegsjahr, wie es sich schon aus dem Bundbriefe vom2. Februar 1292 herauslesen lässt.Z.B. wird Großalfalterbach 1292 teilweise  von den Truppen Ludwigs des Starken in seinem Krieg mit dem Hirschberger Grafen verwüstet. Zur Sühne wurde dann im Jahre 1293 geschritten: Drei Anlass- oder Schiedsspruchbriefe wurden hierüber verfasst, wovon die beiden letzten noch in der Urschrift vorhanden sind. Diese berufen sich auf den ersten, welcher nicht mehr aufzufinden ist.

Dieser erste müßte im Januar 1293 verfasst worden sein. Er war zu Neuburg an der Donau verfasst und hatte den Herzog Ludwig dem Strengen mit seiner Forderung an den Grafen von Hirschberg mit einer Gabe von Gütern zu Hemau, jedoch unter gewissen Einschränkungen und unter dem Ausschluß von Painten nebst dem Paintnerforst und der Burg von Kösching, zufrieden gestellt.

Der zweite Brief zu Ingolstadt stammt vom 3. März 1293. Aus ihm entnimmt man den wesentlichen Inhalt des früheren, kurz zuvor angezogenen Sühnebriefes zu Neuburg, auf dessen Bestätigung hier gedrungen wird. Ferner geht aber daraus hervor, dass Herzog Ludwig der Strenge sich hauptsächlich gegen den Grafen von Hirschberg beschwert, weil dieser seit der ersten Verschreibung die Burg Ammerthal zu Lehen hingegeben hatte, die aber zuvor noch unverlehnt gewesen war. Nach dem Schiedsspruch der Friedensvermittler, dem Burggrafen Friedrich von Nürnberg und dem Grafen Ludwig von Oettingen, wurde der Beschwerde dadurch abgeholfen, dass für Ammerthal das zu dieser Zeit dem Grafen von Hirschberg erledigte Dorf Ehenfeld (bei Hirschau), soweit es zureicht, zum Ersatz dienen und der Mehrwert von Ammerthal auf eine andere Art erstattet werden soll. Außerdem wurde die Freilassung der Gefangenen auf beiden Seiten vereinbart. Graf Gebhard stellte weiterhin die Bedingung, dass im Falle er Söhne oder Töchter bekommen sollte, alle diese Güter ihm und seinen Erben erhalten bleiben. Egal ob es sich dabei um Eigentum oder um Lehen handelt. Herzogliche Lehen müßten dann wieder an seine Erben verliehen werden. Der Vollzug dieser Abmachungen hatte bis zum Georgentage, dem 24. April zu erfolgen.

Die dritte oder Schlußverhandlung, welche am 3. Juli 1293 zu Neumarkt erfolgte, zeigt einen guten Ausgang der Sache. Denn, nachdem Herzog Ludwig der Strenge für sich und seine beiden Söhne, Rudolph und Ludwig, dem Grafen Versicherungsbriefe über Erfüllung ihrer bisherigen Versprechen gegeben hatte, so verpflichtete sich auch der Graf, sich an alles halten zu wollen, was in den Verhandlungen zu Neuburg und Ingolstadt abgemacht worden war. Da neben den zwei schon genannten Vermittlern, auch Bischof Reimbot von Eichstädt diesen letzten Brief siegelt, so scheint es, dass Ludwig der Strenge nichts gegen die vom Grafen Gebhard testamentarisch an die eichstätter Kirche vermachten Güter aus seiner Grafschaft Hirschbeg hatte. Als einen seiner Bürgen und Räte stellt Ludwig Heinrich von Parsberg auf.

Unter der Regierung des Herzogs Rudolph, welcher seinem am 3. Februar 1294 verstorbenen Vater, Herzog Ludwig dem Strengen in Oberbayern, nachfolgte und die Regierungsgeschäfte auch im Namen des noch minderjährigen Bruders Ludwig, dem späteren Kaiser, führte, wiederholten sich die Streitigkeiten zwischen den Herzögen und dem Grafen von Hirschberg. Grund dafür lieferten aber nur die beiderseitigen Beamten und Ministeriale. Erneut kam es an den Grenzen der Grafschaft Sulzbach auf beiden Seiten zu Raub, Brand und Todschlägen. Die Fürsten selbst beteiligten sich nicht daran. Sie untersuchten lediglich die an Sühnetagen vorgebrachten Exzesse, welche ihre eigenen Leute betrafen. Je nach Art und Weise berichtigten sie etwaige Irrungen oder hielten die Beschädigten an selbst Vergeltung zu üben.

Auch an einem Sühnetag zu Nabburg am 16. Juni 1295 wurden Gewalttätigkeiten dieser Art beigelegt. Darin werden unter anderem die Feindschaften zwischen dem herzoglichen Beamten, dem Wildensteiner und dem Vasallen des Grafen von Hirschberg, Gebhard von Henfenfeld (bei Hersbruck) beigelegt.

In den ersten vier Monaten des Jahres 1296 ereigneten sich gleichfalls gewalttätige Auseinandersetzungen zu Hirschau, wo die Leute des Grafen von Hirschberg großen Schaden litten. Dies wurde den Beamten des Herzogs Rudolph zur Last gelegt. An vier Orten kam es deswegen zu Verhandlungen. Zu Paergen (wahrscheinlich Bergen, Neuburg), zu Neuburg an der Donau am 6. Mai 1296, zu Jachenhausen (bei Riedenburg) am 24. Mai 1296 und zu Landau am 14 Juli des selben Jahres. In allen Urkunden wird dem Grafen von Hirschberg und seinen Leuten eine Entschädigung zugesichert. Weder hieraus, noch aus späteren Urkunden, bis zum Jahre 1300, lässt sich heraus lesen, dass die ständigen Fehden irgendwann einen friedlichen Ausgang genommen hätten. Dann hatte sich das Blatt endgültig gewendet…

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Das Blatt wendet sich zugunsten Hirschbergs

Als Herzog Rudolph zu Beginn des Jahres 1300 sah, dass er in einen Krieg mit Kaiser Albrecht verwickeln werden könnte, war er gezwungen, mit dem Grafen von Hirschberg einen Frieden zu schließen. Dieser wurde durch den Niederbayerischen Herzog Otto, welchem Rudolph ebenfalls viele Zugeständnisse machen musste, vermittelt. Darüber berichten uns zwei Urkunden vom 6. Mai 1300 zu Regensburg. Es hatte nämlich der Graf von Hirschberg auch Schaden von den Leuten des Bischofs von Regensburg gelitten. In und um Hirschau wurde hauptsächlich Heinrich von Ernvels, ein bischöflicher Vasall, für die Schäden verantwortlich gemacht. Die Vorkommnisse wurden übergangen, doch wurde für die Zukunft vereinbart, wie eine zukünftige Schädigung des Bistums und seiner Leute von Seite des Grafen von Hirschberg verhütet werden soll. Es versteht sich von selbst, dass der Bischof von Regensburg die gleiche Zusage an den Grafen machen musste.

Weit umfassender ist der zweite Kompromissbrief des Niederbayerischen Herzogs Otto über die Beilegung der Streitigkeiten zwischen dem Herzog Rudolph von Oberbayern und dem Grafen Gebhard von Hirschberg ebenfalls vom 6. Mai 1300 zu Regensburg.

An zwei Hauptpunkten reihen sich dieses Mal die getroffenen Verfügungen an: Erstens, an die Kriegsschäden, welche der Graf von Hirschberg von dem Herzog Rudolph und dessen Leuten seit dem Jahre 1296 erfuhr. Und zweitens, verlangte der Graf von Hirschberg das Recht, die dem Herzog Rudolph und dessen Bruder vermachten Güter, wenn nötig, wieder selbst veräußern zu können.

Für den ersten Punkt wies der Graf eine frühere Handfeste (eine zur Sicherung eines Rechts ausgefertigte Urkunde) nach, deren Vergütung ihm zugesagt wurde. Sie bestand in den Lehen zu Kipfenberg, Pollanten und Möckenhausen, welche herzogliche Besitzungen in den Grafschaften Hirschberg und Sulzbach waren. Außerdem jährlich 40 Pfund Regensburger Pfennige vom herzoglichem Zolle zu Lauterhofen, dem herzoglichem Schlosse innerhalb der Grenze der Grafschaft Sulzbach. Zugleich wurde Heinrich, dem jungen Wildensteiner, eine Buse für die an dem verstorbenen Vogte von Hirschberg, wohl Heinrich Altvelder, verübte Gewalttat (sehr wahrscheinlich Mord) auferlegt. Er musste entweder eine Wallfahrt nach Rom unternehmen und dort eine ganze Fastenzeit verharren oder über dem Grabe des Vogtes zu Rebdorf ein ewiges Licht unterhalten. Schon früher wurden Streitigkeiten des älteren Wildensteiner mit dem Hirschbergisch-Sulzbachischen Vasallen Gebhard von Henfenfeld im Jahre 1295 berichtet. Hier sehen wir deren Fortsetzung mit einem anderen Dienstmanne des Grafen von Hirschberg.

Was nun den zweiten Hauptpunkt betrifft, das Veräußerungsrecht der bereits vermachten Güter, wobei ja seine Haushaltsführung schon 1292 ein Stein des Anstoßes war, so wurde es ihm, so weit es ohne Geverde, d. h. ohne Arglist, geschehen würde, ohne Vorbehalt zugestanden. Jedoch müssten seine Burgleute, welche Burgen inne hatten, die seinen Vettern vermacht waren, bis künftiges Michaelifest auf des Grafen Befehl schwören, dass sie die Burgen nach dessen Tod ohne Leibeserben den Herzogen wieder übergeben werden. Diesen Eid sollen ebenfalls alle neuen Burgleute ablegen, welche der Graf gegebenenfalls in diese Burgen einsetzen wird. Am Schluss wird bemerkt, dass frühere Abmachungen, welche nicht Teil dieser Urkunde sind, ihre Gültigkeit behalten. Dies könnte darauf hin deuten, dass sich Graf Gebhard von Hirschberg und Herzog Rudolph wieder vollkommen versöhnt hatten. Dies belegt auch eine Urkunde vom 15. Mai 1300, worin Graf Gebhard von Hirschberg als Bürge für den Herzog Rudolph in dessen Vergleich mit dem Bischof von Regensburg auftritt.

Obgleich sich die Herzöge Rudolf und Ludwig von Bayern 1300 vom König als die gesetzlichen Erben erklären liessen, hinderte dies nicht den Graf, seine früheren Schenkungen an den Eichstätter Bischofsstuhl zu bestätigen und zu vermehren.

Ein Heinrich, der Häcklein, war mit Bischof Conrad V. von Regensburg und dem Grafen Gebhard von Hirschberg um die Erbschaft Lupburg in Streit geraten. Die Ritter Heckel wurden im Kampf erschlagen, worauf der Streit noch heftiger entbrannte. Erst dem Pfalzgrafen Otto, der zum Schiedsrichter zwischen den Streitenden ernannt worden war, gelang es durch einen Schiedsspruch vom 8. Mai 1300, die über den Tod Heinrichs erhitzten Gemüter der Ministerialen beider Herren zu versöhnen. Ein weiterer Schiedsspruch in dieser Angelegenheit datiert vom 27. Dezember 1300.

In dem unglücklichen Krieg gegen König Albrecht verfuhr dieser gegen Herzog Rudolph von Oberbayern als gegen einen Geächteten. Dabei wurde der König von zahlreichen Adeligen unterstützt. Graf Gebhard von Hirschberg verbündete sich mit seinem Schwager, dem Grafen von Oettingen und mit anderen benachbarten Fürsten und Freien, mit welchen er in das Land des Herzogs von Oberbayern einfiel und „großen Raub“ denen abnahm, die dem Herzog ergeben waren. Herzog Rudolph verlor bis zum Ende des Jahres 1300 die ganze Hohenstaufische Erbschaft, die Vogtei von Nürnberg und Augsburg, dann die Stadt Schongau und die Burgen Schwabeck und Donauwörth. Er musste sich forthin gefallen lassen, dass der König die Oberbayerischen Angelegenheiten nach Belieben ordnete.

Gegen Gebhard von Hirschberg scheint Herzog Rudolf besonders gereizt gewesen zu sein, und als sich Gebhard über einen Kriegszug auf Neumarkt, von dem sich der Herzog mit großen Verlusten zurückziehen musste, im Stillen freute, da überschritt Rudolf am 24. April 1301 abermals die Donau und überfiel die Grafschaft des mit dem König Albrecht I. verbündeten Grafen Gebhard von Hirschberg. Mit seinen Kriegsleuten plünderte und brannte er acht Tage in dessen Gebiet. Dabei stand Dietrich von Parsberg im Dienste des Pfalzgrafen Rudolf des Stammlers.

Nach Rudolfs Abzug sammelte Gebhard unter Beihilfe seiner Genossen, des Grafen von Oettingen, des Grafen von Graisbach und des Herrn von Kastl Streitkräfte und brach in das Oberpfälzische Besitztum Rudolfs ein. Er zog in die Besitzungen der Anhänger des Herzogs und verwüstete, was er erreichen konnte. Dieses Schicksal traf die Herrschaftsgebiete der Hohenfelser, Ehrenfelser, der Herren von Laaber, von Stein, Wildenstein und des Heinrich von Parsberg. So manches Dorf derselben wurde niedergebrannt. Bei den Kämpfen zwischen Herzog Rudolf von Bayern gegen König Albrecht I. und seinem verbündeten Grafen Gebhard VII. von Hirschberg wurde auch das „Castellum Rotenperge“ 1301 belagert und zerstört. Bereits 1289 saßen Dietrich I. von Wildenstein und seine Söhne im Dienste des Pfalzgrafen auf dem „Alten Rothenberg“ (bei Schnaitach).

Die Zwietracht dauerte bis Jakobi. Die Mutter des Herzogs war über diese Kriegsgreuel betrübt und wandte sich an König Albrecht. Albrecht, dessen Gegner Rudolf war, und in dessen Namen Gebhard und sein Gefolge die oberpfälzischen Landstriche verwüsteten, hörte auf die Fürbitte der hohen Frau und gebot im Juli 1301 Frieden. Von all den Leiden und Verlusten aber, die die Herrschaftsuntertanen durch diesen Raubzug trafen, schweigt die Geschichte, doch lassen sich die Härten und Grausamkeiten, die des Hirschbergers Kriegsleute an dem Bauernvolke verübten, leicht ausmalen.

Das kleine Volk musste eben, wie so oft in der Geschichte, büßen, was die Fürsten im Zorn Übles angerichtet hatten. Aus der Bekriegung Heinrichs von Parsberg durch Gebhard von Hirschberg geht hervor, daß Heinrich damals Dienstmann des Herzogs Rudolf war. Wie weit er und sein Gebiet durch Gebhards Einfall betroffen wurde, ist in Einzelheiten nicht überliefert, aber aus der geringen Entfernung seiner Herrschaft von der Grafschaft Hirschberg dürfte zu schließen sein, daß die Kriegsleute Gebhards den parsbergischen Untertanen übel zugesetzt haben.

Zwei Urkunden der Herzöge Rudolph und Ludwig vom 2. Juli 1304 bestätigen diese Ereignisse. Darin entschädigen sie zwei ihrer Vasallen für den Schaden, welchen sie von den Leuten des Grafen von Hirschberg erlitten hatten. Dabei wurde ein gewisser Dietrich Teusinger von ihnen erschlagen. Seine Kinder, Ulrich Teusinger und seine Schwester, erhielten deswegen als Wiedergutmachung von den Herzögen gewisse Lehen (z.B. eine Mühle zu Altendorf bei Nabburg). Eine andere Person, Dietrich, der junge Zenger, von Seiten des Grafen von Hirschberg hatte an seinem Leibe Schaden genommen. Dafür bekam er als Vergütung von den  Oberbayerischen Herzögen die Höfe zu Warenbach und Swartzach (Warnbach und Schwarzach, bei Nabburg) verliehen. Außergewöhnlich ist hier die Art der Wiedergutmachung, die nicht die jeweiligen Täter, sondern die Herren der ursprünglich Geschätigten, also die Herzöge, auf beiden Seiten beglichen. Dies veranschaulicht die Lage, in der sich die Oberbayerischen Herzöge in der zweiten Hälfte des Jahres 1300 befanden. In beiden Urkunden nennen sie den Grafen Gebhard von Hirschberg ihren „lieben Oheim“! Dies lässt darauf schließen, dass bis zum 2. Juli 1304 wieder ein freundschaftliches Verhältnis hergestellt worden war. Vom Grafen war hingegen keine Wiedergutmachung zu erwarten, weil er wahrscheinlich mit älteren Klagen dieselben ablehnte und weil er tief in der Gunst des Königs Albrecht stand. Dieser hatte dem Grafen auf dem Reichstage zu Nürnberg (18. März 1304), durch einem Spruch des Hofgerichtes zugesichert, dass alle in seiner Grafschaft ansässigen Leute, von keinem anderen Gericht belangt werden können. Dadurch war die Sonderstellung des „Kaiserlichen Landgerichts Hirschberg“ in besonderer Weise herausgehoben. Ludwig der Bayer bestätigt dies 1320.

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Finanzpolitik des Grafen von Hirschberg

Graf Gebhard hatte ein besonderes Verhältnis zu den Herzögen von Oberbayern. Er sah sich gezwungen, wegen seiner finanziellen Situation, sich von den Vasallen der Herzöge und vom Kloster Kastl Geld zu borgen und diese Schulden mit Versatz und Stiftungen zu versichern. Wie bereits erwähnt, hatte der Graf am 27. Mai 1302 einem herzoglichen Dienstmann, Heinrich Saumantel, in einige genannte Güter pfandweise mit beigefügter Bedingung eingewiesen. So sollten diese Güter nach sechs Jahren, ohne geschehener Wiedereinlösung, in ein rechtes Lehen übergehen. Dieser Versatz wurde mit Wissen und gutem Willen beider Herzöge, Rudolph und Ludwig, bereits ein Monat früher, am 29. April 1302, dem Bürger von Amberg, Saumantel, ihrem Untertan, in einem Genehmigungsbrief bewilligt: …es soll der Versatz, oder Verkauf, oder auch die Belehnung, womit der Graf von Hirschberg, ihr Oheim, dem gedachten Saumantel das ihm schuldige Kapital schon versichert hat oder versichern will, allzeit bei Kräften bleiben, im Falle die Güter des erwähnten Grafen ihnen, den Herzögen, zufallen werden.

In einem ähnlichen Fall machte Graf Gebhard einen Versatz mit seinem Hof zu Oberndorf (bei Rosenberg) einem herzoglichen Vasallen, Heinrich Lengfelder. Diesem wurde 1311, nach des Grafen Tod, als Burgmann von Rosenberg, durch den Herzog Ludwig dieser Hof zum Lehen angewiesen. Zwei Bemerkungen zwingen sich bei diesen beiden Verpfändungen, die der letzte Graf von Hirschberg an einige herzogliche Dienstleute machte. Erstens, dass der Graf ähnliche Pfandverschreibungen an seinen eigenen Leuten nicht machen wollte, wahrscheinlich um diesen nichts schuldig zu bleiben. Sie würden treuer in seinem Dienst stehen, wenn sie mit Sold entlohnt werden. Zweitens, ließ sich der Graf und auch seinen Vettern, auf bestimmte Jahre die Zurücklösung dieser Verschreibungen offen, ehe der Fall einer wahren Veräußerung eintrat. Dies kann man als eine schonende Behandlung seiner Vettern betachte, da diese im Vertrag vom 6. Mai 1300 ihm jede notwendige Veräußerung seiner ihnen vermachten Güter zugestanden hatten.

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Die Beziehung zwischen Hirschberg und Sulzbürg-Wolfstein

Am 12. Oktober 1286 kauft Gebhard von seinem Getreuen Ulrich von Sulzbürg und dessen Gemahlin Irmengard das Schloss Obersulzbürg mit einigen dazu gehörigen Wäldern. Sulzbürg gehörte zur Grafschaft Hirschberg.

Am 11. März 1288 bestätigen Gotfried v. Wolfstein und Graf Gebhard v. Hirschberg als Vormünder von Adelheid, der einzigen Tochter des Ulrichs v. Sulzbürg und seiner Gattin Irmengard,  das Testament.

Der Graf v. Hirschberg tritt als „tutor“ der Adelheid auf, da er schon am 12. Oktober 1286 von seinem Getreuen (möglicher Lehensträger der Hirschberger) „Ulrich und dessen Hausfrau Irmengard die Burg Ober Sultzpurch, Kirchensatz, Weingarten zu Pucheich, den jungen Holzschlag zu Erlach und das Holz Prennasreut um 2100 Mark Silber gekauft hatte.

Gotfried v. Wolfstein hatte eine sehr enge Beziehung zu den Grafen v. Hirschberg. In einer Urkunde von 19. April 1291 nennt ihn Graf Gebhard seinen Getreuen, was diesmal nicht als Ministerialenverhältnis des Wolfsteiner zu Hirschberg gedeutet werden darf. In verschiedenen Urkunden taucht Gotfried v. Wolfstein als Zeuge und Bürge für den Grafen von Hirschberg auf. Über sein Burgrecht auf die Veste Obersulzbürg (aus väterlichem Erbe) gelang es ihm in deren Besitz bei den Streitigkeiten um das Hirschberger Erbe zu kommen.

Graf Gebhard v. Hirschberg vermachte der Eichstätter Kirche unter anderem die beiden Vesten Obersulzbürg und Hirschberg. Dies widersprach den Abmachungen von Neuburg und Ingolstadt mit dem bayerischen Herzog Ludwig, die der Graf noch 1293 bestätigte. Bei dieser Bestätigung trat übrigens Gotfried von Wolfstein, Burgherr zu Obersulzbürg, als Bürge für den Hirschberger auf.

Gotfried v. Wolfstein verstarb bald nach 1302.

Auch sein Sohn Gotfried III. v. Wolfstein muss sehr enge Beziehungen zum letzten Grafen v. Hirschberg gehabt haben. Er hatte sogar über eine gewisse Zeit hin, als Erbe des Hirschbergers, die halbe Steuer zu Berching inne. Am 3. Februar 1307 wurde es von der Eichstätter Kirche ausgelöst.

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Die Wittelsbacher und das Erbe der Grafschaft Sulzbach

Herzog Ludwig IV. von Bayern erwarb schließlich 1305 die Güter und Rechte aus dem Erbe der Grafen von Hirschberg. Mit dem Grafen Gebhard VII. von Hirschberg war der bedeutendste Konkurrent beim Aufbau der Landeshoheit am Rand des nördlichen Oberbayern und der Oberpfalz vom Schauplatz abgetreten, der zudem durch sein im Reichsrecht wurzelndes Landgericht nicht unerheblichen Einfluß auf herzogliches Gebiet gehabt hatte. Im Zuge des weiteren Landesausbaus hätte diese Einmischungsmöglichkeit für Bayern gefährlich werden können.

Herzog Ludwig III. der Strenge zwang den Grafen von Hirschberg, nicht bloß bei seinem Testament zu bleiben, sondern die für ihn günstigen territorialen Bestimmungen zu erweitern; in jedem dieser Fälle griff er zu den Waffen.

Die bayerischen Herzöge hatten vermutlich schon vor dem Tode Gebhards von Hirschberg zum Teil dessen Erbe im nördlichen Raume von Neumarkt angetreten. Wir wissen aber, dass Graf Gebhard dem Kloster Kastl (entgegen der Abmachung mit den bayerischen Herzögen von 1293) Gericht und Besitzungen zu Lauterhofen übereignete, so daß die Pfalzgrafen erst tauschweise von Kloster Kastl das Gericht Lauterhofen erwerben konnten. Mit der Burg Oberlauterhofen waren die Steinlinger belehnt. Bereits am 03.03.1293 wird ein Heinrich Steinlinger als Zeuge unter den Ministerialen des Hirschberger Grafen genannt.

Aus einer Sicherheitsurkunde vom 17. Januar 1299, welche der Herzog Rudolph dem Kloster Kastl auf Begehren des dortigen Abtes ausstellte, entnehmen wir, dass das Kloster schon einige Jahre früher sich mit dem Grafen Gebhard von Hirschberg in Geldgeschäfte eingelassen hatte. Insbesondere durch Bürgschaften des Grafen, wofür die Klostergüter verpfändet werden mussten.

Als schließlich die Gläubiger bei den herzoglichen Beamten die Auspfändung solcher Klostergüter auf den Namen des Grafen von Hirschberg erwirken wollten, verbot dies der Herzog durch eine allgemeine Verfügung. Er gestattet eine eigenmächtige Auspfändung nur, wenn vorher eine Einigung auf dem Rechtsweg versucht worden war. Dadurch wollte der Herzog dem Kloster Kastl seine besondere Gunst erweisen.

Der Graf von Hirschberg zeigte sich jedoch wohlwollend dem Kloster Kastl gegenüber, indem er es mit Stiftungen und anderen Wohltaten beschenkte. So auch das Dorf Aicha (1Std. von Lauterhofen entfernt).

Der Hauptvermächtnisbrief des Grafen Gebhard von Hirschberg für das Kloster Kastl wurde am 1. August 1301 zu Hirschberg verfasst. Davon wurden zwei Urkunden angefertigt, eine für den Grafen mit zwei Siegeln und eine zweite mit einem Siegel für das Kloster.

In diesem Brief wurden die Stiftungsobjekte und die dafür übernommenen Verbindlichkeiten ausführlich niedergeschrieben. Darin wird die Einwilligung seiner Gemahlin Sophie und des Rates der Getreuen des Grafen erwähnt, aber von der Zurateziehung der Herzöge, seiner Vettern, oder deren Getreuen erfolgt keine einzige Meldung. Auch dieser Brief wurde an zwei Bedingungen geknüpft. Erstens, dass der Graf ohne eheliche Erben verstirbt und zweitens, wenn er mit den vermachten Gegenständen nicht auf eine andere Art eine Verfügung treffen würde. Nach dem Tode des Grafen war dieses Testament der Grund für erneute Streitigkeiten. Der Vollzug des Testaments geschah nur allmählig und was die bestrittenen Gegenstände betraf, erst fünf Jahre nach dessen Tod.

Folgende vermachte Gegenstände erlitten niemals einen Widerspruch: 1) die Kirchensätze oder Patronatsrechte zu Dietkirchen (bei Kastl) und Eschenfelden (bei Sulzbach), nebst den Vogteien dieser Kirchen; 2) Güter zu Mühlhausen, genannte Güter zu Umelsdorf und die Aumühle (alle bei Utzenhofen). Auf diesen und den nachher bestrittenen oder umgewechselten Gütern lasteten folgende Verbindlichkeiten des Klosters Kastl: 1) Alle Montage ein gesungenes Amt mit vorausgehender Vigil für alle Vorfahren des Grafen; 2) eine tägliche gesprochene Messe in der Kapelle, d.h. auf dem Altar des heiligen Georg zum gleichen Endzweck; 3) Vier jährliche große besondere Jahrtage, mit vorausgehenden Vigilien, für seinen Vater, für seine Mutter, für seinen Bruder und für seine (noch lebende) Gemahlin, deren Name jedoch nicht genannt wurde; 4) ein fünfter großer Jahrtag für ihn, den Grafen selbst, sammt einer gemeinen Almosenspende von Brot und Fleisch an diesem Tage.

Der erste Schritt zur Vollziehung dieses Testamentes geschah, mit offenbarer Einwirkung des noch lebenden Grafen, in seinem letzten Lebensjahr, etliche Tage vor dem Aufbruch zum Böhmischen Feldzug im Dienste des Königs Albert, dem er noch beiwohnte. Am 3. September 1304 bestätigte der Bischof Konrad II. von Eichstätt die Schenkung der beiden in seiner Diözese gelegenen Pfarrkirchen Dietkirchen und Eschenfelden, welche der Graf dem Kloster vermacht hatte.

Graf Gebhard VII., der Letzte des Geschlechtes von Hirschberg starb am 4. März 1305 auf seinem Stammschloss Hirschberg. Er wurde in Rebdorf, in der Kirche der dortigen Chorherren begraben.

Bei den Verhandlungen um das Kastl vermachte Hirschberger Erbe, ging es zwischen dem Kloster Kastl und den Herzögen um folgende Güter: 1) um den Kirchensatz der Pfarrei Hirschau sammt der Vogtei; 2) um gewisse Güter zu Lauterhofen sammt dem Gerichte und der Vogtei daselbst.

Die bayerischen Herzöge erbten aus der alten Grafschaft Hirschberg: Das Amt Hemau, mit Hemau und Painten und anderen 22 genannten Ortschaften, Fol. 27 b; das neue Amt Altmannstein mit Kösching und dem Kloster Schamhaupten und anderen 35 Ortschaften, Fol 29 und 30, das neue Amt Holnstein mit Holnstein, Wissing, Waldkirchen, Alfalterbach, Waltersberg, Pollanden, alle im späteren Landgericht Beilngries, mit anderen 29 Ortschaften

Aus der Grafschaft Sulzbach erbten die bayerischen Herzöge vom Grafen von Hirschberg: Das Amt Hiltpoltstein (bei Gräfenberg), damals eine Burg, mit Lehen und Gütern zu Kapel, Grossenohe, Schosseritz, Allmos, Göring, Kirch Rüsselbach, Herzogwind und zwei weitere, jetzt unbekannte Ortschaften

Das Amt Hirschau, mit Stadt, mit dem Holze bei Schnaittenbach, dem Markt, und Ehenfeld, dem Forst Lu und mit 3 genannten, nicht mehr bekannten Ortschaften

Das Amt Werdenstein, mit Burg, jetzt eingegangen, wahrscheinlich bei Kirchenreinbach (bei Sulzbach), mit Ahorn, jetzt eine Holzgegend, Etzelwang, Schmidtstatt und einem weiteren jetzt unbekannten Ort, Fol. 37 b.

Das Amt Hohenstein, mit Burg, Besitzungen  zu Fischbrunn, zu Uetling (Gräfenberg) und in 11 anderen Ortschaften

Oberamt und Stadt Sulzbach mit 5 Unterämtern, Gol. 42:

  1. a) Amt Lauterhofen, mit Eicha und andere 33 Ortschaften
  2. b) Amt Sulzbach, mit Stadt, mit Eismannsberg, Höhengäu und Wingersruit (als Lehen), mit weiteren 21 Ortschaften
  3. c) Amt Rosenberg, mit Burg, mit Ammerthal, Breitenbrunn (bei Sulzbach) und 18 weitere Ortschaften
  4. d) Amt Pfaffenhofen, mit Burg, Utzenhofen, Ranspach, Umeldorf, Wolfersdorf, Diesnach, Engelsberg, und 7 andere Ortschaften
  5. e) Amt Trosperg, Tirolsberg oder Tyrolsberg bei Berngau/Neumarkt, mit Lizlohe, Dietkirchen, Sindelbach und anderen 19 Ortschaften

Das Amt Hartenstein, die Burg, mit Zugehörungen in Velden, Günterthal, Grossmainfeld und anderen 4 Ortschaften

Die Grafen von Graisbach-Lechsgmünd hatten die Hochgerichtsbarkeit in ihrer Grafschaft nördlich Donauwörth zwischen Altmühl und Wörnitz 1302/04 an Gebhard von Hirschberg abgetreten, aus dessen Nachlaß sie ebenfalls an Bayern überging.

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Die Eichstätter Bischöfe und ihr Kampf um das Hirschberger Erbe

Graf Gebhard VII. verfasste am 08. September 1304 sein letztes und schließlich gültiges Testament im Schloß Mühlbach (unterhalb Dietfurt), wo er sich auf dem Zug nach Böhmen zu König Albrecht befand. Die Burg Hirschberg wird im Testament ausdrücklich als Lehen der Eichstätter Kirche bezeichnet.

Das Geschlecht der Hirschberger starb am 4. März 1305 mit Gebhard VII. aus. In seinem Testament hatte Gebhard das „castrum Hirzperg“ und einen großen Teil seiner Besitzungen dem Eichstätter Bischofsstuhl vermacht. Der Bischof hatte im Gegenzug die Verpflichtung alle „bei Juden und Christen in Regensburg“ gemachten Schulden zu begleichen. Ein über die Erbschaft mit den Herzogen von Bayern entstandener Streit wurde am 19. Oktober 1305 zu Gaimersheim geschlichtet. Der Eichstätt zugesprochene Anteil an der Hirschberger Erbschaft schließt auch „die niedere Burch“ zu Hirschberg mit ein. Hierbei handelte es sich wohl um dem Hauptbau im östlichen Teil des Burgbezirks.

Bischof Reinboto von Meilenhart (1279-1297)

Sein größter politischer Erfolg, der auch die Stadtherrschaft in Eichstätt einschloss, fiel ihm in einer Zeit politischer Schwäche Bayerns gleichsam in den Schoß: Graf Gebhard VI. von Hirschberg vermachte mit Zustimmung seiner Frau Sophia in seinem (später mehrfach erweiterten bzw. veränderten) Testament vom 15. Dezember 1291 für den abzusehenden Fall seines Todes ohne männliche Nachkommen der Eichstätter Kirche gegen Übernahme seiner Schulden seine Burg Hirschberg mit Zugehörungen. In die Sicherung des künftigen Erbes bezieht er auch das Domkapitel und Reinbotos Nachfolger auf dem Bischofsstuhl ein. Das Verhältnis zu Bayern und anderen Nachbarn wird wesentlich bestimmt durch die Aussicht auf das Erbe mit allerdings unübersichtlichen und teilweise auch unklaren Besitzverhältnissen des hochverschuldeten Grafen. Der Erbfall selbst tritt 1305 unter seinem Nachfolger Konrad II. ein.

Bischof Reinboto vermittelt im eigenen Interesse am 29. April 1291 zwischen Graf Gebhard VI. von Hirschberg und den Eichstätter Bürgern, womit er des ersteren Rechte erheblich beschneidet und den städtischen Selbstständigkeitsbestrebungen in Grenzen entgegenkommt.

Bischof Konrad II. von Pfeffenhausen (1297-1305)

In zwei weiteren testamentarischen Verfügungen vermacht Graf Gebhard VI. von Hirschberg am 15. März 1296 für den Fall seines kinderlosen Todes nochmals die Burg Hirschberg, sodann Burg Sulzbürg, mit allen zugehörigen Gütern und Rechten sowie die Vogteirechte über die Städte Eichstätt und Berching und allen Besitz der bischöflichen Mensa und des Domkapitels, den er von der Eichstätter Kirche zu Lehen trägt, der Eichstätter Kirche.

Er nimmt teil an König Albrechts I. glänzendem ersten Hoftag in Nürnberg am 16. November 1298. Hier kam es zwischen ihm und Bischof Emicho von Worms zu Präzedenzstreitigkeiten um den ersten Platz nach dem Metropoliten. Während dieser mehr dem Wormser Anspruch zuzuneigen schien, verhinderte dies auf Konrads Anrufen Graf Gebhard VI. von Hirschberg, Vogt der Eichstätter Kirche. Er unterstützt den König im Kampf gegen die rheinischen Kurfürsten und ist im Juli 1301 an der Belagerung der mainzischen Stadt Bensheim beteiligt.

In seinen ersten Regierungsjahren (vor 1301) lässt er ein Salbuch anlegen, das den hochstiftischen Besitz vor dem Anfall des Hirschberger Erbes verzeichnet.

Im Vorgriff auf das Hirschberger Erbe kauft er von Gebhard VI. 1302 Burg Sandsee b. Pleinfeld.

Noch vor seinem Tode verkauft der offensichtlich zahlungsunfähige Graf Gebhard VI. dem Bischof am 20. August 1302 seinen gesamten Besitz in den Ämtern Sandsee und Eichstätt – jedoch mit Ausnahme des Landgerichtes für 2400 Pfd. Heller und verpfändet ihm am 27. Januar 1303 Güter zu Pfofeld mitsamt dem Wald und dem Walchersberg. Seine testamentarischen Vermächtnisse für die Eichstätter Kirche präzisiert Graf Gebhard am 8. September 1304, indem er die Schenkung seiner Burg Hirschberg wiederholt und die Städte und Dörfer Beilngries, Kottingwörth, Grögling, Zell (bei Riedenburg), Kirchbuch, Denkendorf, Stammham, Pfraundorf, Oening, Burg Rauhenwörth mit dem Wildbann in den zugehörigen Wäldern einzeln aufzählt und die Verpflichtung zur Übernahme der Schulden des Grafen bei Christen und Juden wiederholt.

Im Pontifikale Gundekars ist der Anfall des Hirschberger Erbes nach Gebhards VI. Tod (4. März 1305), des entscheidenden und fortwirkenden Ereignisses seiner Regierungszeit, „von einem gleichzeitigen Miniaturisten dem Bilde Konrads das Bild Gebhards gegenübergestellt …, Gebhard seine Burg Hirschberg, die er in den Händen trägt, dem Bischof darbringend, der sie in würdevoller Geste entgegennimmt.“ Ein Vers beim Bilde Gebhards deutet dessen Sinn: Um dieses Erbes willen hat man in Eichstätt dem Grafen alle seine Bedrückungen der Eichstätter Kirche vergessen und der Notar Thomas feiert ihn in einem anderen Vers geradezu als „adintor fortis quoque tutor“ des Bischofs.

PontifikaleGesamt
Abbildung aus dem Pontifikale Gundekarianum

Die unterschiedlichen Besitzverhältnisse Graf Gebhards, welcher Allode neben Reichs- und eichstättischen Kirchenlehen innehatte, erforderten die ganze Umsicht und Tatkraft Konrads und seiner nächsten Nachfolger Johann und Philipp. Sie mussten gegenüber den Ansprüchen der Herzöge von Bayern, denen die Grafschaft mit dem Landgericht heimfiel, die aber auch ein Erbrecht als Blutsverwandte geltend machten, der Grafen von Oettingen als der nächsten Verwandten von Graf Gebhards Witwe Sophie, und des königlichen Reichslandvogtes zu Nürnberg Dietegen von Kastel,  die aus Lehensheimfall und Testament fließenden Rechte der Eichstätter Kirche zu behaupten suchen. Den Eichstätter Bischöfen waren außer zahlreichen Leuten und Gütern nur die Niedergerichtsbarkeit zugefallen, aber diese in einer grossen Zahl von Dörfern eines zusammenhängenden Gebietes, so daß jetzt nach dem Erlöschen der Vogtei vor allem über Eichstätt und Berching die Grundlage für die Ausbildung eines geschlossenen eichstättischen Territoriums gegeben war. Da Bischof Konrad nach dem Tod Graf Gebhards VI. von Hirschberg auch dessen Schulden zu übernehmen hat, verkauft er, um sie abzutragen, um Besitzansprüche zu beseitigen und Eingriffe zu verhindern, noch im März 1305 einige Dörfer im südlichen Spessart und mehrere Höfe in der Umgebung von Eichstätt.

Bischof Johann I. von Zürich (1305-1306)

König Albrecht I. griff in die Auseinandersetzung ein, um dem Vordringen der Wittelsbacher entgegen zu steuern. Im Gaimersheimer Spruch vom 19. Oktober 1305 konnte der Bischof seine Ansprüche auf das Hirschberger Erbe in wesentlichen Punkten behaupten. Die Schiedsleute sprachen Eichstätt den bedeutenderen Teil des Hirschberger Erbes mit der namensgebenden Burg samt grundherrschaftlichen und dorfherrschaftlichen Rechte zu. Eichstätt gewann damit einen der wichtigsten Bausteine für den Aufbau der Landesherrschaft. Das bald an Bedeutung verlierende kaiserliche Landgericht Hirschberg und die Vogtei Dollnstein wurde dem bayerischen Herzog von Bayern-München zugesprochen.Bayern-Landshut ging leer aus.

Bischof Philipp von Rathsamhausen (1306-1322)

In Nürnberg entscheidet König Albrecht I. am 8. September 1306 zwischen dem Bischof und dem auf Revindikationen bedachten Reichslandvogt zu Nürnberg, Dietegen von Kastel, den Streit um ehemals hirschbergische Dörfer und Gerichtsrechte hauptsächlich zugunsten des Bischofs. Der Nürnberger Reichslandvogt Heinrich Küchenmeister von Nortenberg verzichtet zu seinen Gunsten am 10. Juli 1307 auf strittige Teile aus der Hinterlassenschaft des letzten Hirschbergers.

Bischof Philipp trug entscheidend für die Sicherung des Hirschberger Erbes bei. Das Hauptziel seiner Territorialpolitik, ist ein entspanntes Verhältnis zu den Herzögen von Bayern. Mit Rudolf und Ludwig schließt er am 14. Mai 1308 einen fünfjährigen Landfrieden.

Schon 1305 erreichte Graf Ludwig V. von Oettingen, auf Rechtsgrundlage der Ansprüche von Gebhards Witwe Sophie, der Tochter Graf Ludwigs V., von Bischof Johann die Belehnung mit der Burg Wellheim, um weitere Besitzungen entstand jedoch eine Fehde (chrieg und missehellunge), die am 11. April 1309 auf schiedsgerichtlichem Wege zwischen Bischof Philipp und dem Grafen in Nördlingen beigelegt wurde. Der Vertrag bestätigt dem Grafen den lehenweisen Besitz von Wellheim und jenen von Dollnstein (Veste und Kirchensatz), des Dorfes Schönfeld und einzelner Güter in Haunsfeld und Eßlichen zu Eigen; Oettingen verzichtet auf den Hirschberger Wildbann, die Dörfer Schönau und Stammham, die „Altenburch“ … ob Eystet (Willibaldsburg) und eine Reihe von Einzelgütern an verschiedenen Orten.

Die im Gebiet des Hirschberger Erbes zwischen Eichstätt und Bayern geschaffenen unterschiedlichen gerichtlichen Zuständigkeiten konnte Bischof Philipp von Rathsamhausen zugunsten Eichstätts nutzen, wobei ihm die Unsicherheit im Reich während des Doppelkönigtums zwischen 1314 und 1322 behilflich war. Die Bedeutung des Landgerichts wurde langsam ausgehöhlt. Kaiser Ludwig, der darauf bedacht sein mußte, die Territorialmächte im Vorland seines bayerischen Herzogtums aus einem Zusammenwirken mit seinem österreichischen Gegner herauszuhalten, befreite die eichstättischen Städte und Märkte 1320 vom Gerichtszwang des Landgerichts.

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Für die Eichstätter Bischöfe bestand Jahrhunderte lang ein ernstes Hindernis für deren wirksamen Ausbau ihrer Macht und ihrer territorialen Stellung, da die Vereinigung der Grafschaft und der Vogtei der Eichstätter Kirche in der Hand eines mächtigen Geschlechts, eben der Grafen von Hirschberg, lag. Nicht der Bischof, sondern der Graf von Hirschberg tritt uns Mitte des 13. Jahrhunderts als princeps terre, als der Herr des Gebietes (von Eichstätt) entgegen. Immer wieder hören wir im 13. Jahrhundert Klagen der Bischöfe über Gewalttätigkeiten der Hirschberger Grafen, und der Vergleich, den Bischof Friedrich 1245 mit Graf Gebhard VI. schloss, als dessen Vorgänger Gebhard V. bei der Belagerung der bischöflichen Burg Nassenfels ermordet worden war, zeigt deutlich genug, daß die Stellung des Grafen die stärkere war.

Erst mit dem Aussterben des Hirschberger Grafengeschlechtes, dem Heimfall der Vogtei und der zahlreichen Lehen, die dieses von den Bischöfen besessen, und dem Anfall des reichen Erbes, das der letzte Graf wie zur Wiedergutmachung aller von ihm und seinen Vorfahren der Eichstätter Kirche zugefügten Unbill dieser vermacht hatte, wurde die Bahn frei für eine erfolgreiche Territorialpolitik der Bischöfe…

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Kloster Rebdorf – Ruhestätte des letzten Grafen von Hirschberg

Dieses Epitaph aus der Barockzeit hat sich erhalten. Es soll an den letzten Grafen von Hirschberg erinnern. Die ursprüngliche Tumba wurde beim barocken Umbau der Klosterkirche abgebrochen.

Weitere Geschichte und Geschichten aus der alten Grafen Zeit:

Die Schenken von Töging waren Hirschberer Ministerialen.

1248 Heinrich von „Mezingen“ (Obermässing) erscheint als Ministeriale der Grafen von Hirschberg.

Zeuge auf einer Urkunde (1254) des Grafen Gebhard von Hirschberg ist „Berengerus advocatus de Omesingen“ (Emsing).

Die Schenken von Geyern waren ursprünglich Ministeriale der Eichstätter Kirche. Einen von ihnen war von den Grafen von Hirschberg das Schenkenamt übertragen worden. Daher der Name „Schenken von Geyern“.

1291 werden sechs Ministeriale des Grafen genannt, die offensichtlich auch in der Burg wohnen:

  • Die Kastellane (Burghüter) und Ritter Heinrich Schenk von Hofstetten und Wolfram von Pfalzpaint
  • Die Brüder Konrad und Albert von Hirschberg (sie stammen nicht aus dem Grafengeschlecht)
  • Heinrich von Erlingshofen
  • Heinrich von Attenfeld (Vogt des Grafen)

Im Jahre 1293 werden als Zeugen Heinrich und Marquard „brueder von Rornstat“ (Oberrohrenstadt) für Gebhard von Hirschberg genannt, als dieser sich mit seinem Oheim, dem Pfaltgrafen Ludwig von Bayern, aussöhnte. Als Ministeriale der Hirschberger werden die Rohrenstädter, nach dem Tode des Grafen Gebhard, mit den Hirschberger Gütern zugleich an das Kloster Kastel gekommen sein.

Am 03.03.1293 wird ein Heinrich Steinlinger als Zeuge unter den Ministerialen des Hirschberger Grafen genannt.

1296 wohnte die gleiche Anzahl von Ministerialen in der Burg. An Stelle des Wolfram von Pfalzpaint erscheit Heinrich Tageno. Im ältestenEichstätter Lehenbuch aus dem Beginn des 14. Jhdt ist bemerkt:

Tegno (Tageno) von Obereichstätt habe ein Erbrecht auf eine Kastellanie (Burghut) zu Hirschberg und führt dessen Lehen daselbst auf:

  • Einen Weinberg zu Hirschberg
  • Wiesen zu Unteremmendorf und ein Hof daselbst, der 3 Pfund Heller ertrug
  • Fünf Huben zu Neuzell
  • Vogtei, Gericht und Zehent zu Neuzell
  • Verleihung der Taberne zu Beilngries

Tegno wird unter den bischöflichen Ministerialen aufgezählt. Deshalb muss Hirschberg bzw. die Kastelanie als bischöfliches Lehen angesehen werden.

1304 wohnten in der Burg:

  • Die Kastellane Konrad und Albert von Hirschberg
  • Ihr Bruder Gottfried von Hirschberg
  • Als Vogt Hartwich von Simbach
  • Ulrich von Morsbach (Morsbeck)
  • Der Ritter und Vogt des Grafen Heinrich von Attenfeld

Erläuterung der Funktionen:

  • Kastellane (Burghüter, Burgherren) leiteten die militärische Bedeckung der Burg
  • Der Vogt (Pfleger) führte die Zivilverwaltung
  • Der Kämmerer (Kastner) führte die Rentenverwaltung

Die Burghuten wurden vom niederen Adel versehen. Sie bezogen von der Burghut 3 Mut Korn und Haber vom Kasten und bewirtschafteten 6 Tagwerk Wiesen. Aufgabe der Burghüter war die Bewachung und evtl. Verteidigung der Burg. Bei Übernahme ihres Amtes gelobten sie Treue und Fleiß in der Behütung des Schlosses. Morgen und abends hatten sie beim Tor zu erscheinen, wenn man das Schloss auf und zu schloss. Sie hatten die Türmer des Nachts zu wecken, zu „muntern und zu beschreien“ zum fleißigen Wacht halten. Dem Pfleger mussten sie in allen billigen Sachen willig und gehorsam sein und durften ohne dessen Wissen nicht über Nacht wegreiten.

Von einer Belagerung in der Grafenzeit ist nichts bekannt.